Ein Klick, ein kurzer Glücksmoment, und danach oft wieder Leere. Ein Lesetipp darüber, warum Einkaufen manchmal Einsamkeit überdecken soll, mit eigener Einordnung und einer Frage fürs Gespräch.
Viele Menschen veröffentlichen ihre Bücher selbst, nicht wegen des Geldes, sondern weil sie etwas zu erzählen haben. Ein Lesetipp mit eigener Einordnung und einer Frage fürs Gespräch.
Forschende aus China haben 2'780 Menschen ab 45 Jahren sieben Jahre lang begleitet. Wer wenige Kontakte hatte, zeigte später häufiger depressive Symptome. Dasselbe galt für jene, die sich einsam fühlten. Am deutlichsten war es, wenn beides zusammenkam. Die Studie zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache. Für uns bleibt eine wichtige Frage: Was macht ein Gespräch zu einem, nach dem man sich wirklich verbunden fühlt?
Im Chat der Dargebotenen Hand bleiben viele Anfragen unbeantwortet, weil Freiwillige fehlen. Jetzt hilft ein Chatbot. Was das über unser Bedürfnis nach Gesprächen verrät.
Einsamkeit & Begegnung · SRF und Pro Senectute · Quellen vom Auf Romera eingeordnet am
Eine neue Befragung von Pro Senectute gibt Anlass, genauer hinzuschauen: Was unterscheidet Alleinsein von Einsamkeit, und welchen Raum können wir für Begegnungen schaffen?
Philosophie & Nähe · Ö1, Punkt eins · Original vom Auf Romera vorgestellt am
Eine Ö1-Sendung mit dem Philosophen Martin Scherer fragt, weshalb technische Vernetzung nicht automatisch als Verbundenheit erlebt wird. Technik kann eine Gelegenheit für ein Gespräch schaffen; Nähe entsteht zwischen Menschen.
Sprache & Begegnung · Projektmeldung der Ems Dollart Region · Original vom Auf Romera vorgestellt am
Das deutsch-niederländische Projekt «Klasse!» möchte Kindern und Jugendlichen die Sprache ihrer Nachbarn durch Unterricht und gemeinsame Aktivitäten näherbringen. Was könnte uns Erwachsene motivieren, eine andere Sprache auszuprobieren?
Lesetipp zu einem Meinungsbeitrag von Karl Gaulhofer · Die Presse · Original vom Auf Romera vorgestellt am
Karl Gaulhofer nimmt persönliche Beobachtungen an der deutsch-französischen Sprachgrenze zum Anlass, über den Wert der Nachbarsprachen nachzudenken. Er bedauert, dass Englisch zunehmend die Verständigung übernimmt, während Kenntnisse der unmittelbar benachbarten Sprache schwinden.
„Ist da jemand?“ – über den Reiz, mit Fremden ins Gespräch zu kommen
Ein Übermittler, der nie gefunkt hat, über den Reiz des Unbekannten: was Funker und Romera verbindet, wenn man mit jemandem spricht, den man noch nicht kennt.
Neu in der Stadt – und niemanden kennen: Warum das normaler ist, als du denkst
Frankfurt vor dreissig Jahren, Zürich heute: Ein persönlicher Erfahrungsbericht darüber, wie schwer es fällt, in einer neuen Stadt echte Gespräche zu finden — und was sich seitdem verändert hat.
„Привет“ (Priwét) – was ich als Buschauffeur über Einsamkeit gelernt habe
Eine russischsprachige Ukrainerin, ein Wort auf Russisch und ein Busfahrer: Wie ein kurzer Gruss in der eigenen Sprache zu einer echten Begegnung werden kann.
Kürzlich sagte jemand zu mir: „Du bist ein Suchender.“
Der Satz ist bei mir hängen geblieben. Vielleicht stimmt er sogar. Ich suche die Weite, das Unbekannte, das Fremde. Mich interessiert, wie Menschen anderswo leben und wie sie die Welt sehen.
Aber muss man zwingend etwas vermissen, wenn man ein Suchender ist?
Oder kann man auch mit seinem Leben zufrieden sein und trotzdem wissen wollen, was es noch anderes auf dieser grossen, weiten Welt gibt?
Manchmal ist es Neugier. Manchmal aber auch eine unerklärliche Unruhe. Dann denke ich an Wege, die ich noch nicht gegangen bin. An Erfahrungen, für die bis heute kein Platz war.
Trotzdem möchte ich mein bisheriges Leben nicht kleinreden. Und doch darf etwas offenbleiben. Dankbarkeit und Sehnsucht schliessen sich nicht aus.
Im Gespräch mit anderen begegnen mir Möglichkeiten, auf die ich allein nicht gekommen wäre. Nicht als Anleitung für mein Leben. Sondern als Einladung, weiter zu fragen, Dinge zu hinterfragen, Neues auszuloten.
Vielleicht bin ich ein Suchender. Ganz sicher bin ich aber neugierig, und manchmal auch unruhig.
Was zieht dich ins Unbekannte, und was lässt dich gerne bleiben? Bist du auch ein Suchender?
Wer steht hinter Romera?
Rolf, Region Schaffhausen
Meine Linie 25 führte nach Ramsen, zur Haltestelle Petersburg. Jedes Mal, wenn ich das Schild sah, musste ich lächeln. Als Bub hatte ich davon geträumt, durch Russland zu reisen. Jetzt fuhr ich jeden Tag nach Petersburg, einfach mit dem Bus.
Aufgewachsen bin ich in Widen im Aargau. Wenn es im Winter bitterkalt war, sagten meine Eltern: «So kalt wie in Sibirien.» Sibirien kannte ich aus dem Fernsehen, aus dem «Kurier des Zaren» mit Raimund Harmstorf. Die Weite, die Reiter in der Steppe, ein Mann, der trotz aller Hindernisse sein Ziel erreicht. Diese Faszination ist mir geblieben.
Über 40 Jahre habe ich in Versicherungen, Banken und Immobilien gearbeitet. Mit 61 stand ich plötzlich ohne Stelle da. Ich wagte einen Neuanfang, als Buschauffeur bei den Verkehrsbetrieben Schaffhausen.
In meinem Bus sassen jeden Tag geflüchtete Frauen aus der Ukraine mit ihren Kindern. Neu in einem fremden Land, oft ohne ein Wort Deutsch. Ich habe gesehen, wie schnell eine Sprachgrenze zu einer Mauer wird.
Eine Begegnung ist mir besonders geblieben. Eine Frau stieg mit ihrem Kind im Arm ein und wollte ein Billett kaufen. Bei mir ging das nur mit Bargeld, und sie hatte keines dabei. Der Fahrplan war eng, also gab ich ihr ein Zeichen, sich schräg hinter mich zu setzen, das Billett würden wir später regeln. Im Rückspiegel sah ich, wie sie telefonierte. Es war still im Bus, und ich hörte: Sie sprach Russisch. An der Endstation in Schaffhausen bedankte sie sich. Ich antwortete auf Russisch: «Всё в порядке», alles in Ordnung. Ihre Augen begannen zu leuchten, und sie lächelte. Bei den nächsten Fahrten entstanden kleine Gespräche, halb in gebrochenem Deutsch, halb in gebrochenem Russisch. Das war egal. Hauptsache, wir haben uns verstanden.
Aus solchen Momenten ist Romera entstanden: ein Ort, an dem Menschen miteinander reden können, jeder in seiner eigenen Sprache, übersetzt und sicher. Mit echten Menschen, ohne erfundene Profile. Ich baue Romera selbst, Schritt für Schritt.
Wenn du hier bist, weil dir gerade jemand zum Reden fehlt: Du bist damit nicht allein. Ich freue mich, wenn Romera ein Stück Weg für dich sein kann.
Rolf
Haltestelle Petersburg, Ramsen. Foto: Rolf
Gedanken & Einordnung
🧭 RolfOktober 2026
Linie Null: Ein Bus ohne Ziel
Ein Gratisbus ohne Route und ohne Ziel fuhr im Frühling 2026 durch die Region Baden. Was er darüber zeigt, warum Menschen einsteigen, wenn es einen festen Anlass gibt.
Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt gingen am Tag der Nobelpreis-Bekanntgabe heimlich allein zum Kiosk. Was uns diese Geschichte über geteilte Hoffnung sagt.
Kein Ersatz, aber ein Anfang – warum ein Gespräch besser ist als keins
Eine ehrliche Antwort auf eine unbequeme Frage: Kann ein Gespräch auf Romera Einsamkeit wirklich lösen? Nein — aber die Alternative ist oft nicht ein besseres Gespräch, sondern gar keins.
Eine internationale Umfrage zeigt: In vielen Ländern hätten die Menschen gern eine Schweizerin oder einen Schweizer im engen Freundeskreis. Insgesamt, über alle 20 befragten Länder gerechnet, landet die Schweiz unter 50 Ländern auf Platz 4. Wer aber selbst in die Schweiz zieht, erzählt oft etwas anderes: Hier Freundschaften zu schliessen, braucht Zeit und Geduld. Wie passt das zusammen?
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Land
Rang der Schweiz
Deutschland
2
Brasilien
3
Mexiko
3
Argentinien
4
Kanada
4
Südkorea
4
Türkei
4
Frankreich
5
Saudi-Arabien
7
Australien
8
Indien
8
Polen
8
Russland
8
Japan
10
Südafrika
10
China
11
Grossbritannien
12
Schweden
14
USA
15
Italien
18
Rang der Schweiz unter 50 Ländern bei der Frage: Hätten Sie gerne eine Person aus der Schweiz als engen Freund? Quelle: Anholt Nation Brands Index 2025 / Präsenz Schweiz (EDA), via Blick.
Am 5. Oktober ist der britische Bestsellerautor Jeffrey Archer mit 86 Jahren gestorben. Seine Romane wie «Kain und Abel» oder die siebenbändige Clifton-Saga wurden in viele Sprachen übersetzt und auf der ganzen Welt gelesen, auch auf Russisch. Für viele Leserinnen und Leser waren es Bücher, die man nicht mehr aus der Hand legen konnte. Mir ging es mit Archer so, und mit den Mittelalter-Romanen von Ken Follett erst recht. Solche Bücher verbinden Menschen über Ländergrenzen hinweg: Wer in Kyjiw, Hamburg oder Zürich dieselbe Geschichte gelesen hat, hat sofort etwas, worüber man reden kann.
Wie sprechen Menschen in verschiedenen Ländern Fremde an – und weshalb fällt das in der Schweiz oft besonders schwer? Eine bemerkenswert passende SRF-Serie über Smalltalk, Sprachbarrieren und den Mut zum ersten Gespräch.